Diese Seite Drucken | Weiterleiten | Kommentar

Schloss-Konzert 'Alte Musik'
Julia Rebecca Adler, Axel Gremmelspacher, Raphael Streichduo
Simmern - 01.08.2009: Die Viola d'Amore ist ein historisches Streichinstrument. Zu ihren sieben Saiten (eine moderne Bratsche hat vier Saiten), die üblicherweise als Akkord gestimmt werden, kommen noch so genannte Resonanzsaiten hinzu, die dem Instrument einen charakteristischen Klang verleihen. Die 'Lieblichkeit' ist wahrscheinlich Namensgeber für das Instrument.


Anzeige:

Die Viola d'Amore hatte ihre Blütezeit im 17. Jahrhundert und geriet danach zunehmend in Vergessenheit, weil das Instrument sich nicht für die sich entwickelnde modernere Spieltechnik eignete. Das Instrument, das Julia Rebekka Adler spielt, wurde eigens für sie vom Geigenbauer Stephan Baehr (Paris) angefertigt.
Programm 'Alte Musik' mit Viola und Viola d'amore und Klavier
  1. Louis Couperin (1626-1661) Drei Fantasien für Viola d'Amore und Klavier
  2. Sonate Nr. 3 (BWV 1029) für Viola da gamba und Klavier von J.S.Bach (1685-1750) (Viola d'amore und Klavier)
  3. Alessandro Rolla (1757-1841): Sonate für Viola und Klavier Nr.1 in Es-Dur
Pause
  1. Michel Corrette (1707-1795): Sonate in A für Viola d'Amore und Klavier
  2. Franz Benda (1709-1786): Sonate in C für Viola d'Amore und Klavier
  3. Johann Nepomuk Hummel (1778-1837): Sonate für Viola und Klavier Es-Dur
Werke und Komponisten
  • Louis Couperin (1626 - 1661) ist der bekannteste Vertreter der französischen Musikerfamilie Couperin. Er ist vor allen Dingen als Komponist von Werken für Cembalo berühmt geworden, war aber selber auch ein Violenspieler.
  • Johann Sebastian Bach (1685 - 1750): Die dritte der Sonaten für Viola da gamba und Cembalo gehört zu den Spätwerken von Johann Sebastian Bach. Heute wird sie für moderne Instrumente 'transponiert' gleichermassen von Cellisten wie Violisten gespielt. Sie eignet sich aber hervorragend für die Viola d'amore, deren Tonumfang sowohl im tieferen als auch im höheren Bereich die Viola übertrifft. Dadurch kann auf der Viola d'amore diese Gambensonate beinahe in allen Teilen in der ursprünglichen Tonhöhe gespielt werden.
  • Alessandro Rolla (1757 - 1841) war ein italienischer Violin- und Violavirtuose und Komponist, und ist heute hauptsächlich als Lehrer von Niccolo Paganini im Gedächtnis geblieben. Seine Kompositionen für Viola sind außergewöhnlich schöne Beispiele virtuoser Frühklassik. Aus dieser Epoche gibt es sonst nur wenige Kompositionen für Viola als Soloinstrument.
  • Michel Corrette war als Komponist und Organist in Paris tätig. 1758 bis 1763 war er Organist des Pariser Jesuitenkollegs. Er hat u. a. ein wichtiges Lehrwerk über das Violinenspiel verfasst (1738).
  • Franz Benda (1709 - 1786) war ein deutscher Violinist und Komponist. Zu seiner Zeit war er einer der bedeutendsten Deutschen Violinisten. Seine Werke, hauptsächlich für Geige geschrieben, stehen zwischen Barock und Wiener Klassik.
  • Johann Nepomuk Hummel (1778-1837), der als Kind sogar Unterricht von Wolfgang Amadeus Mozart erhielt, war ein Komponist und Klaviervirtuose. In der Violasonate (1798) tritt folgerichtig das Klavier aus dem Schatten der Begleitstimme heraus.
Interpreten: Julia Rebekka Adler (Viola, Viola d'amore); Axel Gremmelspacher (Klavier)
Die Künstler blicken auf eine langjährige Zusammenarbeit zurück. Bereits 1995 konzertierten sie unter anderem in der Reihe „Foyer Junger Künstler“ der Hamburgischen Staatsoper.

2004 wurden sie Stipendiaten des Deutschen Musikwettbewerbs und Mitglieder der Bundesauswahl „Konzerte Junger Künstler“ des Deutschen Musikrats. Es folgten zahlreiche Duoabende sowie Rundfunkaufnahmen beim Deutschlandradio, Bayerischen Rundfunk und Norddeutschen Rundfunk.

  • Julia Rebekka Adler erhielt mit 6 Jahren ihren ersten Bratschenunterricht und gewann als Bratscherin bereits in Ihrer Jugend viermal den Ersten Bundespreis bei ‚Jugend musiziert'. Sie studierte Viola bei Kim Kashkashian, Johannes Lüthy, Wolfram Christ, Hartmut Rohde und Yuri Bashmet, und schloss ihr Konzertexamen 2007 an der Universität der Künste Berlin mit der höchsten Auszeichnung ab.

    Unter ihren zahlreichen Preisen ist die zweimalige Aufnahme in die ‚Bundesauswahl junger Künstler', der zweite Platz beim Internationalen Streichquartett-Wettbewerb in Banff 2001, beim ARD-Wettbewerb 2004 war sie bestplatzierte Deutsche Teilnehmerin im Fach Bratsche und erhielt ein Stipendium der Theodor Rogler Stiftung, 2002 gewann sie den renommierten 'Felix Mendelssohn Bartholdy-Preis' für Viola der Deutschen Musikhochschulen.

    Julia Rebekka Adler war Mitglied namhafter Ensembles, darunter das Kuss-Quartett, und das Pellegrini Quartett, sowie Kammermusikpartnerin von Künstlern wie Tim Vogler, David Geringas, Antje Weithaas, Wen-Sin-Yang, Karl Leister, Hans-Jörg Schellenberger. Sie nahm teil am ‚Aspen Music Festival' und an Meisterkursen von Walter Levin, dem Emerson String Quartet, dem Juilliard String Quartet und dem American String Quartet.

    Als Solistin konzertierte sie bereits 1994 mit dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg, und seitdem in zahlreichen Konzerten mit den Baden-Badener Philharmonikern, der Neuen Philharmonie Westfalen, der Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz und mit dem Philharmonischen Kammerorchester München. Neben ihrem Interesse an zeitgenössischer Musik und zahlreichen Uraufführungen von Werken für Viola, hat Julia Rebekka Adler eine Vorliebe für alte Musik, und spielt auch die Viola d'amore, eine Vorgängerin der heutigen Viola.

    Seit Dezember 2004 ist Julia Rebekka Adler stellvertretende Solobratscherin bei den Münchner Philharmonikern. Sie spielt außerdem im ‚Solistenoktett Berlin' (mit Mirijam Contzen und Jens Peter Maintz), im ‚Viardot-Klavierquartett' und spielt mit den Pianisten Jascha Nemtsov und Axel Gremmelspacher, sowie im Streichduo mit Thomas Ruge (Cello).

    Zahlreiche zeitgenössische Komponisten haben ihr Werke für Viola gewidmet, darunter der argentinische Komponist Gerardo Gandini. Der Komponist Wilfried Hiller widmete ihr den Viola d'amore Solo-Part seiner Kirchenoper ‚Der Sohn des Zimmermanns', die 2010 im Würzburger Dom uraufgeführt wird, wo Julia Rebekka Adler als Viola d'amore Solistin spielt.

    Julia Rebekka Adler ist Künstlerin des Münchner Klassik-Labels ‚Neos'. Im Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk erschien dort ihre CD ‚Vergessene Moderne', in der sie Streichduos mit dem Cellisten Thomas Ruge spielt. Eine aktuelle Produktion von Neos und dem Bayerischen Rundfunk erscheint voraussichtlich Herbst 2009 als Doppel-CD mit Werken für Viola solo des Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Weitere Einspielungen von ihr sind u. a. das Violakonzert von Hoffmeister (2004) und das Violakonzert von Darius Milhaud (1994).

  • Axel Gremmelspacher tritt in Soloabenden und als Kammermusiker in verschiedensten Besetzungen auf, insbesondere mit der Bratschistin Julia Rebekka Adler, dem Klarinettisten Zoltán Kovács, der Flötistin Maiko Ishiguro und als Mitglied des Trio Eusebius. Mehrfach war er Gast des Ensemble Surplus und wirkte unter anderem in der Uraufführung und Live-CD-Produktion „Farben der Frühe" für sieben Klaviere von Mathias Spahlinger mit.

    Eine weitere Facette seiner virtuosen Vielseitigkeit am Klavier zeigt sich in der Zusammenarbeit mit der Jazzsängerin Esther Kaiser.

    Axel Gremmelspacher studierte bei John Perry in Toronto als Stipendiat der Rotary Foundation und der kanadischen Regierung. Weiterhin studierte er an den Musikhochschulen in Freiburg, Boston und Hannover bei Robert Levin, Raymond Santisi, James Avery, David Wilde.

    2001 Erhielt Axel Gremmelspacher das Artist Diploma (Toronto) sowie 2003 das mit Auszeichnung abgeschlossene Solistenexamen (Freiburg).

    Wichtige künstlerische Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Leon Fleisher, André Laplante, Marc Durand, Wolfram Christ, Hansheinz Schneeberger, Jörg Widmann und Robert Aitken.

    Axel Gremmelspacher ist als Dozent an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen sowie an der Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig.

    Übertragungen seiner Konzerte waren bislang im Deutschlandradio, Bayerischen Rundfunk, Norddeutschen Rundfunk, Südwestrundfunk und Radio Bremen zu hören.


Quelle: Quintessenz. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.
Schloss-Konzert 'Alte Musik'. Foto: Susanne Krauss / Quintessenz
Schloss-Konzert 'Alte Musik'. Foto: Susanne Krauss / Quintessenz
Großformatiges Foto


Infokasten:

Konzert am 04. September 2009 um 19:30 Uhr im Neuen Schloss, Simmern
Tickets

Karten bei der Tourist-Info Simmern, Am Schlossplatz, 55469 Simmern (06761 837-296, tourist-info@vgvsim.de)


Schloss-Konzert 'Alte Musik'. Foto: Susanne Krauss / Quintessenz
Schloss-Konzert 'Alte Musik'. Foto: Susanne Krauss / Quintessenz
Großformatiges Foto



Anzeige


© 2006 - 2010 Dirk Jasper