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Bäcker sollen „glokal“ arbeiten
Rheinischer Handwerksverband empfiehlt „Erfolgsrezept“ für Delegierte
Region / Bad Kreuznach - 19.05.2010: „Glokal“ sollen die Bäcker werden, um auch künftig ihre Brötchen an die Kunden zu bringen. Verbandsvorsitzender Bernd Siebers forderte seine Kollegen auf dem Verbandstag des Rheinischen Bäckerhandwerks auf, mit individuellen, lokalspezifischen Produkten globale Marketing-Strategien umzusetzen.

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Im Idealfall gibt’s dann beispielsweise das Bosenheimer Brötchen in der modernen Snack-Theke beim Bäcker um die Ecke. „Ihr Brot soll eine eigene Marke sein – und der Kunde Ihr Fan!“ drückte es Bernd Siebers aus.

Einen ausgesprochenen Bäcker-Fan hatten die Delegierten schon als Gastrednerin eingeladen: Staatssekretärin Julia Klöckner bekannte ihr „sinnliches Vergnügen“ an frischen Backwaren.

Zum dritten Mal richteten die Rheinischen Bäcker ihren Verbandstag in Bad Kreuznach aus. Kein Wunder für Kreishandwerksmeister Jürgen Günster, der „seine“ Bäcker als eine der aktivsten Innungen an der Nahe lobte.

Nach der Fusion der beiden Kreishandwerkerschaften an der Nahe und im Hunsrück waren die beiden BäckerInnungen Bad Kreuznach und Simmern zum 01.01.2010 diesem guten Beispiel gefolgt.

Jürgen Günster hob die gute Kollegialität von Obermeister Alfred Wenz und seinen Stellvertretern Ralf Andrae und Heinrich-Jürgen Dhein hervor, die als „Motor“ wieder einen informativen und unterhaltsamen Verbandstag organisiert hatten.

Für seinen Einsatz im Ehrenamt als ehemaliger Obermeister der Simmerner Bäcker-Innung bekam Heinrich-Jürgen Dhein auf dem Verbandstag sogar die Verdiensturkunde des Rheinischen Bäckerhandwerks überreicht.

Die Bäcker gäben auch dem Handwerks-Image neue Impulse, beispielsweise mit ihrem traditionellen Brotpfenniglauf, den sie nun schon 25 Jahre an der Nahe ausrichten, hob Jürgen Günster hervor. Auch für Landrat Franz-Josef Diel ist der Brotpfenniglauf auch in diesem Jahr wieder ein fester Termin, lobte der Kreischef die Initiative der Innung.

Als wiedergewähltes Vorstandsmitglied auf dem Verbandstag wird Obermeister Alfred Wenz auch weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit in dem zuständigen Ausschuss des Verbandes mit prägen.

Das Bäckerhandwerk habe auch in der Krise Profil gezeigt, blickte Bernd Siebers zurück auf das vergangene Jahr: „Die Bäcker machen vor, wie soziale Marktwirtschaft aussieht!“ Sie spekulieren nicht kurzfristig, arbeiten nachhaltig und haben soziale Aspekte immer stark im Fokus.

Trotz Abbackstationen im Discounter und Back-Factorys in Fußgängerzonen stehen die Bäcker noch gut da, berichtete Bernd Siebers über „minimale Umsatzrückgänge“ und „zufriedenstellenden Erträgen“, selbst wenn inzwischen manche familiäre Backstube einer Bäckereifiliale weichen musste.

Immerhin kaufen rund 30 Prozent der 18- bis 30jährigen ihre Backwaren mittlerweile im Supermarkt. Aus fast 2.000 Bäckerbetrieben vor zehn Jahren existieren heute noch etwa 1.200 im Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks.

Erfolgreiche Bäcker backen nicht nur, sie vermarkten auch – und erkennen Trends, sagte Bernd Siebers: „Kunden suchen keine Einheitsbrötchen wie im Discounter, sondern individuelle Produkte aus eigenen Rezepturen mit naturbelassenen Rohstoffen.“

Die eigenen, lokalen Kreationen solle man modern an den Kunden bringen. So hätte der Umsatz bei den „Snacks“ um rund 25 Prozent in den vergangenen vier Jahren zugenommen. Der auf dem Verbandstag wiedergewählte Landesinnungsmeister versprach, auch künftig den Bäckern bei der Vermarktung ihrer guten Produkte zur Seite zu stehen.

Als gute Kundin an der Bäckertheke entpuppte sich Staatssekretärin Julia Klöckner vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die die Bäcker als Gastrednerin zu ihrem Verbandstag eingeladen hatten: „Ich stehe auf Backwaren“, bekannte sie und zeigte sich begeistert über die große Auswahl an Brot und Brötchen bei deutschen Bäckern.

Das, was sie freut, macht aber im europäischen Umfeld Verbraucherpolitik nicht einfach. Während sie die Allergene Kennzeichnung auch bei loser Ware im Interesse der Verbraucher unbedingt befürworte, lehnt sie die „Ampellösung“ strikt ab: „Mit Ampeln können wir den Verkehr leiten, aber keine Essgewohnheiten!“

Konzepte zur Nährwertkennzeichnung, Vorschläge zur Lesbarkeit der Kennzeichnungen und die Festlegung von Schwellenwerten, beispielsweise für Salz, müssten sich an die jeweilige Esskultur des Landes und an der traditionellen Praxis orientieren: „Wir müssen mehr Praxis in die EU-Theorie reinkriegen und pragmatische und nachhaltige Lösungen finden.“

Immerhin werden gute Produkte nicht am Schreibtisch gemacht, sondern in diesem Falle in der Backstube!

Zum Foto oben (von links): MdL Nicole Morsblech, Geschäftsführer Walter Dohr vom Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks, Landrat Franz-Josef Diel, Landesinnungsmeister Bernd Siebers, stellvertretender Obermeister Heinrich-Jürgen Dhein aus Simmern, Ehreninnungsmeister Hans Bolten, Brotkönigin Robina I. (Robina Weiser-Linnartz), Hauptgeschäftsführer Amin Werner vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Obermeister Alfred Wenz von der neu fusionierten Bäcker-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück.

Zum Foto unten: Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner als Gastrednerin.



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Quelle: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.
Bäcker sollen „glokal“ arbeiten. Foto: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück
Bäcker sollen „glokal“ arbeiten. Foto: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück
Großformatiges Foto

Bäcker sollen „glokal“ arbeiten. Foto: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück
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