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Vernetzung von Naturräumen LBM Trier vom BSVI ausgezeichnet |
Region - 08.06.2010: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier wurde für sein Projekt "Bau der A 60 und B 50. Vermeidung der Verinselung von Lebensräumen seltener Arten" von der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) ausgezeichnet.
Das Projekt erhielt die BSVI-Medaille (2. Platz) des Wettbewerbs "Straße und Umwelt", der alle vier Jahre stattfindet. Mit dem Preis werden Straßenplanungen honoriert, bei denen es im Vordergrund steht, Umweltbeeinträchtigungen zu vermeiden bzw. zu mindern und die sich durch innovative Lösungen auszeichnen. 24 Planungen wurden zu dem Wettbewerb eingereicht. Die Bewertungsjury vergab für zwei Projekte den BSVI-Preis, zwei Projekte wurden mit einer BSVI-Medaille und zwei mit einer Belobigung prämiert. Der Neubau der A 60 und in ihrer Fortführung der vierstreifige Bau der B 50n zerschneiden mit der bereits vorhandenen A 1 einen überwiegend durch natürlichen Laubwald geprägten Naturraum, der unter anderem als Lebensraum für Wildkatze, Rothirsch und Bechsteinfledermaus von Bedeutung ist. Der LBM Trier hat hier ein Vernetzungssystem geschaffen, mit dem diese Folgen reduziert werden. Besonders positiv ist es, dass durch den Bau einer Grünbrücke die Trennwirkung der A 1 beseitigt werden konnte. Diese erste Grünbrücke über eine bestehende Autobahn hat außerdem Pilotcharakter. Ihre Wirkung und ihr Erfolg wurden in einem Monitoring dokumentiert. Von Dezember 2009 bis Februar 2010 wurden hier per Video 825 Wildtiere gefilmt, die diese Brücke überquerten. Die Videokameras verursachen dabei weder Geräusche noch Gerüche, die die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten stören. Diese Form der Wildbeobachtung eröffnet bei der Auswertung der Daten völlig neue Möglichkeiten. Eine lückenlose und witterungsunabhängige Beobachtung rund um die Uhr lässt sich mittels intelligenter Analysesoftware kostengünstig gewährleisten. Ein patentiertes Konzept garantiert die absolut verlässliche Überwachung. Dabei sorgt das System auch dafür, dass nur solche Bewegungen aufgezeichnet werden, bei denen ein Tier die Brücke auch tatsächlich überquert hat. Bewegungen von Zweigen oder fallende Blätter werden nicht aufgezeichnet. Das System ist aber so fein eingestellt, dass auch Bewegungen von kleinen Wildtieren, wie z. B. Hasen und Wiesel, erkannt und aufgezeichnet werden. Die Bilder sorgen nicht nur wegen der hohen Bildqualität in Fachkreisen für Aufsehen. Aufgrund der modernen technischen Ausrüstung können bereits nach kürzester Zeit viele neue Erkenntnisse über das Verhalten der Wildtiere gewonnen werden. Das Aufzeichnungssystem lässt sich auch von der Ferne aus abrufen. Auf Wunsch können die Meldungen auf ein mobiles Endgerät, beispielsweise per SMS auf ein Handy oder iPhone, übermittelt werden. Die BSVI-Jury würdigte das Projekt als überzeugendes Beispiel dafür, wie durch Grünbrücken und Grünunterführungen die Vernetzung von Lebensräumen aufrecht erhalten werden kann. Vorbildlich sei vor allem die Wiedervernetzung von zerschnittenen Lebensräumen durch eine Grünbrücke über eine bestehende Autobahn. Anzeige Quelle: LBM Zentrale. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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