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Neue Strategie für kleine Betriebe
Friseurhandwerk aktiv beim Pilotprojekt des regionalen Kompetenzzentrums
Region - 24.06.2011: Das Handwerk sucht dringend fähige Fachkräfte. Aber nicht nur junge Berufsanfänger sind gefragt, hat Geschäftsführer Achim Kistner vom Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück von den Betrieben erfahren: „Wer gute Mitarbeiter hat, der will sie unbedingt behalten“, weiß er.

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Führungskompetenz, Gesundheitsmanagement und Kommunikation gehören inzwischen zur Unternehmensstrategie von kleineren Handwerksbetrieben. Obermeisterin Jutta Maaß von der Innung für Friseure und Kosmetik Simmern machte mit ihren Salons beim Pilotprojekt des Regionalrats mit – und berichtete über nachhaltige Erfolge auf der Jahresversammlung in der Hunsrück-Akademie.

Die demografische Alterspyramide hat sich längst zu einem Pilz mit einem „dicken Bauch“ von 35- bis 60-jährigen verschoben, machte Achim Kistner deutlich. „Pro Jahr verlieren wir 500 bis 1.000 Einwohner in der Region Hunsrück.“

Der Fachkräftemangel könne nicht nur mit rühriger Bewerbung um begabten Lehrlingsnachwuchs aufgefangen werden. Vielmehr sollen gestandene Mitarbeiter länger arbeiten, und sie sollen dies gesund und motiviert tun.

Zum neuen „Kompetenzzentrum gesunde Betriebe“ gehören mittlerweile rund 200 kleine und große Unternehmen der Region, die sich regelmäßig zum Gedankenaustausch und zum Lernen treffen. Und die sich unter dem Motto „Mensch, Du bist mir wichtig!“ um sprichwörtliche „Mitarbeiterpflege“ bemühen . Achim Kistner: „Inzwischen ist ein richtiges Netzwerk entstanden.“

Obermeisterin Jutta Maaß hat aus erster Hand erlebt, wie die graue Theorie in die Praxis umgesetzt wird. Der ganze Prozess habe etwa acht Monate gedauert und habe den Betriebsablauf so gut wie gar nicht gestört. Das Pilotprojekt umfasste mehrere Schwerpunkte, von der Ernährungsberatung über berufsspezifisches Rückentrainung bis hin zur modernen Gesprächskultur.

Auftakt, berichtete Jutta Maaß, war ein Fitnessfrühstück, das nicht nur gesund, sondern auch wirklich lecker war. Für das „freiwillige“ Rückentraining mussten einige inneren Schweinehunde bekämpft werden, „aber im Nachhinein fanden's alle gut.“

Sehr positiv wurde die ergonomische Analyse der Mitarbeiter bei laufendem Betrieb aufgenommen. „Da haben wir genau gesehen, welche Haltung, welche Bewegungsabläufe zu Problemen und Schmerzen führen.“

Das Seminar über den Umgang mit Ärger, Wut und Frust war Highlight des Pilotprojekts. Jutta Maaß: „Hier gab's sehr viel positive Resonanz; Mitarbeiterinnen haben nicht nur für ihren Beruf, sondern auch für's Privatleben viel dazugelernt.“

Überrascht war die Obermeistern vom Resultat der moderierten Strategie-Werkstatt. Viele Mitarbeiter seien durchaus bereit, mehr Verantwortung im Betrieb zu übernehmen. „Wir haben die Gesprächskultur verbessern können und haben schon einige gute Ideen unserer Mitarbeiter in die Tat umgesetzt“, konnte sie berichten.

Auch heute noch seien die positiven Effekte des Projekts spürbar in gesteigerter Motivation und mehr Engagement der Mitarbeiterinnen in „ihrem“ Betrieb.

Nach den Ausführungen von Versicherungsfachmann Thomas Neumann über die „weibliche Altersarmut“ berichtete Elife Zevrek über die Gesellenprüfungen der angehenden Friseure/innen im Hunsrück. Zurzeit werden im Rhein-Hunsrück-Kreis insgesamt 31 Friseure/innen und 1 Kosmetiker/in ausgebildet.

Als Kassenprüferin wurde Kerstin Hoffmann, Friseurmeisterin, Simmern, einstimmig als Nachfolgerin von Klaus Huber gewählt.

Die Innung für Friseure und Kosmetik Simmern wird in Kürze zu einem Kennenlernen-Frühstück unter dem Motto „Du bist Innung – mach mit und tu was für Deine Zukunft!“ einladen.

Den Friseurbetrieben, die noch nicht Mitglied der Innung sind, soll in einer zwanglosen, lockeren Atmosphäre die Gelegenheit gegeben werden, sich kennen zu lernen und über die Innungsarbeit mehr zu erfahren, so zum Beispiel das „neue Friseur-Innungs-Image“, „wachsen gute Mitarbeiter auf den Bäumen?“ und vieles mehr.



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Quelle: Kreishandwerkerschaft. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.

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