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Nature One: „Mehr Sicherheit und keine Gewalt!“ Konzept von Veranstalter, Behörden und Ordnungskräften ist aufgegangen |
Kastellaun - 08.08.2011: „Mehr Sicherheit und keine Gewalt“, lautet das vorläufige Resümee des polizeilichen Einsatzleiters Manfred Schiemann. „Wir haben uns vor der Veranstaltung gemeinsam mit Genehmigungsbehörden und dem Veranstalter zusammen gesetzt und uns nochmals mit den bereits hohen Sicherheitsstandards beschäftigt“, fährt Manfred Schiemann fort.
Die gemeinsam koordinierten Maßnahmen lassen sich dann so zusammen fassen:
Die 17. Rave-Veranstaltung „Nature One 2011“ auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna bei Kastellaun im Hunsrück zog in diesem Jahr wieder eine Vielzahl meist junger Besucher an. Obwohl das Wetter teils kräftige Regengüsse im Gepäck hatte, ließen sich die Raverinnen und Raver die ausgelassene Partystimmung nicht verderben. Nach Veranstalterangaben nahmen an dem Event 54.000 Besucherinnen und Besucher teil, also geringfügig weniger als im Vorjahr. Möglicherweise ist dieser Rückgang den noch schlechteren Wetterprognosen geschuldet, als sie dann tatsächlich eingetroffen sind. Knapp 1.000 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sorgten seit vergangenen Mittwoch rund um die Veranstaltung für Sicherheit. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Polizeipräsidiums Koblenz, waren auch solche der Polizeipräsidien Ludwigshafen, Mainz und Trier, mit jeweils eigenen Maßnahmen vor und nach der Veranstaltung, beteiligt. Weiterhin waren Kräfte der Bereitschaftspolizei, der Polizei des Bundes und auch des Zolls im Einsatz. Aber auch Bundes- und Landeskriminalamt leisteten ihren Beitrag. Bewährt hat sich seit einigen Jahren auch die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen der Polizeien aus Luxemburg, Belgien und Frankreich. „Mit insgesamt fünf Kollegen sorgten sie dafür, die Anzahl von Missverständnissen zu senken, die möglicherweise durch Sprachbarrieren entstehen können. Sie sind für den polizeilichen Einsatz sehr wertvoll aber auch für die ausländischen Gäste, denen so der Grund für polizeiliche Maßnahmen in ihrer Muttersprache erläutert werden kann“, lobt Manfred Schiemann diese Unterstützung. Nicht vergessen werden sollen auch zehn Kolleginnen und Kollegen aus dem Saarland, die ebenfalls vor Ort unterstützten – insgesamt eine seit Jahren auf hohem Niveau geübte Zusammenarbeit. Sicherheit der Veranstaltung, Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs, Kriminalitätsbekämpfung und die allgemeine Gefahrenabwehr rund um die Veranstaltung sind die Arbeitsschwerpunkte, wenn von solchen Einsatzlagen auf polizeilicher Seite die Rede ist. „Das gewährleisten wir durch Kontrollstellen an den An- und Abreisewegen, intensive Streifentätigkeiten in den Campingarealen, das Einrichten einer Wache in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsgeländes, offene und verdeckte Kontrollmaßnahmen an und im Veranstaltungsgelände, den Einsatz von Verkehrsregelungskräften und schließlich auch noch durch die Tätigkeit von mobilen Verkehrskontrolltrupps. Nicht vergessen werden darf die Einrichtung einer Kriminalwache, die sich um die Fallbearbeitung vor Ort kümmert“ erläutert der Einsatzleiter seine Konzeption. „Dazu gehört natürlich auch die enge Zusammenarbeit mit sonstigen, am Einsatz beteiligten Behörden und dem Veranstalter“, wird ergänzt. Im Ergebnis bleibt für „Nature One 2011“ festzustellen, dass sich die Einsatzkonzeption der Polizei bewährt hat. Der Veranstaltungsverlauf gestaltete sich durchweg friedlich, besonders erwähnenswerte Ereignisse gab es aus Sicht der Polizei nicht. Zentraler Punkt der polizeilichen Maßnahmen ist die Arbeit an den Kontrollstellen. Hier werden die Festivalbesucher durch erfahrene und professionell arbeitende Kräfte selektiert und anschließend intensiven Kontrollen unterzogen. Der Einsatz neuester und modernster Technik zum Erkennen und Aufspüren von Drogen machen es dem Betroffenen nahezu unmöglich, mitgeführte Drogen an der Kontrollstelle vorbei zu leiten. Und was die Technik nicht schafft, dass erschnüffeln die eingesetzten vierbeinigen „Polizeikollegen“. Ein ungewöhnliches Bild für den Laien ergibt dabei der Einsatz sogenannter Passivhunde, die an einer Reihe von Personen vorbeigeführt werden und sobald sie auch nur die geringsten Spuren von illegalen Drogen aufnehmen, sich vor die entsprechende Person hinsetzen. Eine Dame hatte diesen Einsatz wohl nicht richtig bewertet. Sie kraulte den vor ihr sitzenden Vierbeiner und rief dabei entzückt aus: „Schau mal, der kann mich besonders gut leiden“, was der eingesetzte Hundeführer mit den Worten begleitete: „Ja - wahrscheinlich riechen sie besonders gut.“ Den wahren Hintergrund verstand die Dame dann auch kurz danach. Bei der überwiegenden Anzahl der Verstöße wurden geringe Mengen zum sogenannten Eigenbedarf für die Dauer des Aufenthaltes bei „Nature One“ mitgeführt. In allen Fällen wird Anzeige erstattet, ein Strafverfahren ist die Folge. Bei Führerscheininhabern, unabhängig davon, ob die Person ein Fahrzeug geführt hat, erhält die Führerscheinstelle eine Mitteilung über das positive Kontrollergebnis. In aller Regel zieht dies weitere verwaltungsrechtliche Überprüfungsmaßnahmen nach sich. In einigen wenigen Fällen muss, aufgrund der aufgefundenen und sichergestellten Mengen illegaler Betäubungsmittel davon ausgegangen werden, dass diese über den Eigengebrauch hinaus gehen und somit zu einem Teil für den Weiterverkauf bestimmt gewesen sind. Die Anzeigen lauten hier auf Handeltreiben und / oder Einfuhrschmuggel. Die Beschuldigten müssen in diesem Fall mit empfindlichen Strafen rechnen. Insgesamt spielen dabei, wie auch schon in den Jahren zuvor, der Besitz und Erwerb von Cannabisprodukten (Haschisch und Marihuana) und den sogenannten Partydrogen (Ecstasy und Amphetamin) die größte Rolle. Bei den Sicherstellungsmengen an illegalen Betäubungsmitteln ergibt sich zum Vorjahr ein uneinheitliches Bild. Während weniger Ectasy aufgefunden wurde, sind bei den Amphetaminen und Cannabisprodukten Steigerungen zu verzeichnen. Die Verstöße insgesamt bewegen sich dabei auf etwa durchschnittlichem Niveau der Vorjahre. Erfreulich sind die rückläufigen Zahlen im Bereich der Abreisekontrollen. Es mussten zu 2010 weniger Führerscheine einbehalten werden. Noch erfreulicher wäre es, darüber sind sich Polizei und Veranstalter einig, wenn dies wenigstens zum Teil auf die seit Jahren propagierten Warnhinweise und die intensive Kontrolltätigkeit zurück zu führen wäre. Das wäre Ansporn dafür, auch zukünftig in diese Richtung zusammen zu arbeiten. Ein sehr positiver Aspekt, der Nature One schon seit Jahren auszeichnet, sollte zum Abschluss noch Erwähnung finden. Bei 50 000.bis 60.000 Besuchern spielt „Gewalt“ so gut wie keine Rolle. Anzeige Quelle: PP Koblenz. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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