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Bundesweiter Tag der Organspende "Die Wahrscheinlichkeit, selbst auf eine Organspende angewiesen zu sein, ist höher, als tatsächlich als Organspender in Frage zu kommen!" |
Simmern - 03.06.2010: Die Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie der Hunsrück Klinik führte zum 'Bundesweiter Tag der Organspende' am 05.06.2010 eine Fortbildung zum Thema Organspende durch.
Dr. med. Holger Roth, DEAA, Chefarzt der Abteilung, und Dr. med. Annemay Huppert, Oberärztin der Abteilung und Transplantationsbeauftragte der Hunsrück Klinik, wollten mit dieser Veranstaltung Mitarbeiter des Hauses sowie niedergelassene Ärzte für das Thema Organspende sensibilisieren. Eine Entscheidung zur Organspende ist lebenswichtig - für die 12.000 Patienten auf der Warteliste bedeutet sie die Rettung. Die Fortbildung beleuchtete die medizinischen und ethischen Aspekte des Hirntodes, der Hirntoddiagnostik (unterliegt in Deutschland den strengsten Kriterien weltweit) sowie die Intensivtherapie und Anästhesie im Rahmen der Multiorganentnahme. Die Meldung von potentiellen Organspendern ist in Deutschland für alle Krankenhäuser verpflichtend (§ 11 TPG Transplantationsgesetz). Die Intensivstationen werden bei der Diagnostik und Therapie von möglichen Organspendern durch die DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) unterstützt. Thema war auch die psychische Belastung des Intensiv- und OP-Personals bei einer Multiorganentnahme sowie die schwierige Situation der Betreuung eines Hirntoten, der bis zur Organentnahme weiterhin intensivmedizinisch maximal therapiert werden muss. Die Ziele der Intensivtherapie sind die Vermeidung funktioneller und struktureller Organschäden. Dadurch werden optimale Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Entnahme geschaffen, um eine bestmögliche Sofortfunktion des Transplantates beim Empfänger zu erreichen. Hier wurde die Aufgabe der Abteilung Anästhesie (Intensivtherapie und Anästhesie zur Multiorganentnahme) als Bindeglied zwischen Spender und Empfänger(n) deutlich. Der medizinische Teil der Organspende (Spenderermittlung, Hirntoddiagnostik und Multiorganentnahme) ist in der Hunsrück Klinik bereits mehrfach durchgeführt worden. Obwohl die Feststellung des Hirntods, die Freigabe zur Organspende, die Multiorganentnahme und die Transplantation zeitkritisch sind, wurde auch dargestellt, dass kein Zeitdruck für die trauernden Angehörigen entstehen darf. Zum Abschluss der Veranstaltung beeindruckte Günter Hamann aus Belgweiler, selbst vor einigen Jahren herztransplantiert, die Anwesenden bei einer Diskussion mit seiner offenen Einstellung zu diesem Thema. Er hat seinen Umgang mit dem Tod des Spenders, der ihm ein "neues" Leben geschenkt hat, in seinem Buch "Dein Herz in meiner Brust" dargestellt. Jeder Einzelne ist aufgerufen, darüber nachzudenken, ob er nach dem Tod Organe spenden möchte oder nicht. Die Entscheidung sollte zumindest den nächsten Angehörigen mitgeteilt werden, damit diese später nicht über den möglichen Willen mutmaßen müssen. Informationen und Organspendeausweise sind erhältlich bei den Organisatoren der Veranstaltung sowie über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Übrigens: "Die Wahrscheinlichkeit, selbst irgendwann auf eine Organspende angewiesen zu sein, ist höher, als tatsächlich als Organspender in Frage zu kommen!", betonen die beiden Intensiv- und Notfallmediziner Dr. med. Holger Roth und Dr. med. Annemay Huppert! Anzeige Quelle: Hunsrück-Klinik. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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